1. FC Heiningen – VfL Sindelfingen

Den dritten Mittwoch in Folge zum Fußball, dieses Mal sollte es aber keine Partie eines Pokalwettbewerbs sein, sondern die Verbandsliga Württemberg.
An diesem Mittwoch rief der Gastauftritt des VfL Sindelfingen bei dem 1. FC Heiningen.

Kurz nach 18 Uhr fiel meine Haustür hinter mir ins Schloss und ich schwang mich zusammen mit Möwe und Rochen auf die heimischen Landstraßen, um in Richtung Voralb aufzubrechen.
Glücklicherweise war der Feierabendverkehr mittlerweile am Abklingen, sodass wir auf der etwa 45-minütigen Fahrt sogar noch etwas Zeit reinholen konnten und infolgedessen mit ausreichend Puffer am Rande von Heiningen ankamen.

Vom Parkplatz führte uns dann ein kurzer Fußweg hinauf zur „Voralb-Arena“, welche wir schlussendlich für stolze 7€ pro Person auch betreten durften. Ganz schön happiger Preis für eine Verbandsligapartie auf einem Kunstrasen-Sportplatz ohne jeglichen Ausbau.
Aber gut, auch die kleinen Dorfvereine müssen schauen wo sie bleiben. Die Auflagen des DFB bzw. WFV sowie das neugebaute Vereinsheim inkl. Terasse direkt am Platz sind bestimmt nicht billig.

Nun bleibt nach diesem Kommentar leider nur noch wenig zur Spielstätte selbst zu sagen. Wie erwähnt gab es keinen Ausbau, lediglich ein paar Betonstücke lagen auf einer der Längsseiten, sodass wenigstens ein paar Zuschauer erhöht stehen konnten.
Zudem stand hinter einem der beiden Tore das neugebaute Vereinsheim, welches eine kleine, überdachte Terrasse mitbrachte. Diese wurde ebenfalls von etwa 20 Zuschauern genutzt.
Abgerundet wurde dieses Erscheinungsbild von einem silbernen Anhänger im Stile eines Foodtrucks, welcher jedoch nicht mehr wirklich fahrtüchtig war.

Trotz des eher unspektakulären Erscheinungsbilds war der Verein dennoch sympathisch. Ein richtiger Dorfverein eben, hier kennt jeder jeden und alle packen mit an. So ist der Hauptsponsor zugleich auch Vorstand, der Spieler bricht das Warmmachen ab und kommt an die Bande zum Schwätzen und der lokale Döner wirbt mit einer Werbebande „Ein Dorf. Ein Döner. Eine Familie“.

Wir nutzten die dazugewonnene Zeit, um uns mit Bier und Feuerwurst einzudecken und nahmen dann auf einem der Betonstücke Platz, um das Spiel zunächst im Sitzen zu verfolgen. Interessanterweise war die spielfeldumrundende Bande nämlich nicht durchgängig, sondern hatte immer wieder Lücken. Eine solche hatten wir direkt vor uns, sodass wir nur bei Spielszenen in der, von uns aus, linken Ecke kurz aufstehen mussten. Gemütlich, so in der Abendsonne auf nem Stück Beton. Amateurfußball eben, da schlägt das Herz höher.

Das Spiel selbst war dann alles andere als Amateur. Ein absolut geiles Spiel mit unfassbar viel Power und Geschwindigkeit, ohne dass es hektisch wurde. Jeder aber wirklich jeder Ball wurde erlaufen, jeder Ballkontakt wurde mit Pressing beantwortet und selbst die – leider schon – obligatorischen Schwalben mit nachfolgendem „am Boden wälzen“ blieben aus.
Für uns als Zuschauer war das hier absolut beste Unterhaltung, so muss Fußball sein. Respekt auch an die beiden Teams. So ein Spiel muss man 90 Minuten auch erst Mal konditionell durchhalten.

Technisch war das ebenfalls ne sehr saubere Nummer, wobei Heiningen hier eigentlich ab dem Anpfiff direkt auf seinen Meister traf. Die Gäste aus der Daimlerstadt waren hier einfach mindestens ein Level höher. Aus diesem Grund fiel das Ergebnis vollkommen verdient auch etwas höher aus und die Sindelfinger fuhren mit einem saftigen 5:0 Auswärtssieg wieder nach Hause.
Hierbei fiel vor allem die Nummer 16 auf, welche spielend drei der fünf Buden selbst machte. Top unterstützt wurde er hierbei beispielsweise von der Nummer 7, welche eine Kiste selbst machte und ein weiteres mit der Hacke aus dem Vollsprint vorbereitete!
Wirklich geiler und sehenswerter Fußball, ich bin immer noch begeistert.

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