Prestigeduell: FC Wangen – FV Ravensburg

Simple Mathematik, nach der 1 folgt die 2.
So ging es also nach dem Besuch der ersten Runde des heimischen WFV-Pokals folgerichtig in der zweiten Runde des Wettbewerbs weiter.

Ähnliche Situation wie beim Kurztrip nach Neu-Ulm: Wieder ein Mittwochabend, wieder Anpfiff 18:30 Uhr und wieder reicht die Abfahrt knapp eine Stunde vor Ankick. Gemütlich, wenn das so nur immer wäre. Dann wäre der Chef auch deutlich entspannter.

Die heutige Partie fand dann nicht nur in Württemberg statt, sondern stellte sogar noch sowas wie ein kleines Derby dar. Zumindest sollte man das wegen der örtlichen Nähe und der späteren Aussage einer der beiden Mannschaften meinen, dazu aber später mehr.

So fuhren Möwe und ich also gemeinsam dem Süden entgegen in Richtung Oberschwaben, um uns an diesem sonnigen Mittwochabend die Partie FC Wangen – FV Ravensburg zu gönnen. Beide Städte trennen knapp 20km bzw. eine Liga, da Ravensburg eine Etage weiter oben, in der Oberliga beheimatet ist. Für den Pokal, welcher ja bekanntlich – n Euro ins Phrasenschwein – seine eigenen Gesetze hat, soll das ja aber nichts bedeuten.

Da ich zur Abwechslung mal nur Beifahrer war, gönnte ich mir bereits auf der Anfahrt ein Feierabendbier und genoss es endlich mal der Chauffierte zu sein.
Das Vergnügen endete, gemäß der kurzen Distanz, dann entsprechend schnell und schon war wenige Minuten vor Anpfiff die Karre nur zwei Gehminuten vom Stadion entfernt abgestellt.

Das Allgäustadion Wangen ist ein wirklich schmuckes Stück, muss man ehrlich zugeben. Größtenteils ist das alte Rund von Bäumen umgeben, lediglich eine der theoretischen Ecken bot den Blick auf Kräne und eine sich im Bau befindliche Brücke. Passte zum Panorama aber dennoch irgendwie ganz gut.
Bebaut war der, von einer Tartanbahn umgebene, Rasen „nur“ an den beiden Längsseiten, während die Hintertorkurven so dalagen wie sie Gott einst schuf: als Grashügel.
Die Gegengerade besteht aus fünf großen Stufen, welche wie üblich als Sitzplätze verwendet wurden. Denen gegenüber fand sich dasselbe Konstrukt, jedoch mit in der Mitte unterbrochenen Stufen. Hier wurde eine kleine Tribüne eingebaut, welche mit Dach und Plastik-Sitzschalen ausgestattet, die offiziellen Sitzplätze darstellte.
Auf Seiten der Haupttribüne gab es dann noch die obligatorischen Verkaufsstände und ein kleines Zelt. Selbiges dient zur Bewirtung und offenbar zu Pressekonferenzen mit den Trainern nach dem Spiel, welche heute jedoch leider entfiel.
Das einzig kuriose hierbei war die Toilettensituation. Die gab es nur direkt am Tickethäusschen, sodass der Weg für viele doch etwas zu weit war. Beispielsweise auch für die Auswechselspieler, welche sich während der Partie, in ihren neongelben Leibchen, kurzerhand für die Bäume am Rand des Stadions entschieden. Amateurfußball-Klassiker, herrlich.
Alles in allem also ein wirklich schönes Stadion, hat mir gut gefallen.

Auf dem Rasen war von Beginn an direkt Kampf angesagt, leider jedoch kein ausgeglichener. Die blauen Gäste aus der Stadt der Türme und Tore zeigten den Klassenunterschied konsequent und beherrschten das Spiel klar. Zwei Gegentreffer mussten sie in ihren schwächeren Phasen zwar hinnehmen, dennoch reichten die fünf eigenen Buden aus, um hier als Sieger vom Platz zu gehen.
Sieben Tore in einer Partie klingt hierbei nicht nur auf dem Papier gut. Wir nahmen auf der sonnigen Gegengerade Platz und genossen ein schnelles und technisch sauberes Spiel.


Wie eingangs bereits angeschnitten folgte außerdem der Titel: „Vor 800 Zuschauern: FV gewinnt Prestigeduell gegen Wangen“ im Nachgang, während sich der FC Wangen gar nicht dazu äußerte. Also doch so etwas wie ein kleines Derby.

Nach Abpfiff ging es für uns dann zurück auf die Autobahn und auf direktem Wege nach Hause, ohne über Los zu fahren und 200 Mark einzusammeln… Schade eigentlich.

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