Belarus 5: FK Dnjepr Goratzev – Mnps Mosir

Am letzten Morgen galt der erste Blick zunächst dem belarussischen Klischee.
Irgendwo in einem (Industrie-)Vorort und vor dem Fenster nur alte, heruntergekommene Platten. Herrlich! Kann ein Tag besser starten?

Für uns hieß es erst einmal ab in die Lobby und das angebotene Frühstück in Anspruch nehmen. Selbiges stieß auf unterschiedliche Reaktion. Während manche es feierten, da halt original, fand ich es ehre mau. Aber gut, was hatte ich auch erwartet. Lauwarme, leicht glibberige, Würstchen und irgendwas mit Ei drunter. Strange.

Auch an unserem letzten Tag standen wieder zwei Spiele auf dem Plan. Während der Abschluss relativ unspektakulär sein sollte, war die erste Partie an diesem Tag doch etwas besonderes.
Wie auch immer hatte nämlich einer der Mitfahrer rausgefunden, dass in irgendeinem Kaff entlang der Strecke zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder ein Heimspiel ausgetragen werden sollte.
Wohl war der Verein früher mal etwas größer (zweite Liga glaube ich) und versank dann so weit in der Versenkung, dass er sogar aufgelöst wurde.
Nach der Neugründung, eben genannte zwei Jahre später, war also der erste heimische Auftritt.

Wir gurkten also wieder die belarussischen Landstraßen entlang, ehe wir in Rahachov ankamen, wo dann das tatsächliche Highlight der Tour wartete. 6 Spiele in 3 Tagen sind ja ganz nett aber ich wette noch niemand von euch, die ihr das hier hoffentlich lest, war je am einzigen Milchdosendenkmal der Welt?! HA!
Wir waren da, ein Mitfahrer hat sich danach tatsächlich sogar noch Souvenirs im Supermarkt nebenan mitgenommen. Könnt ihr glauben oder nicht. Zumindest vom Denkmal ist ja ein Bild in der Galerie, auf das ihr vor Neid erblassen könnt! 🙂

Anschließend also zum Stadion, welches für diese Umstände absolut sehenswert war. Immerhin zwei Tribünen, komplett mit Sitzplätzen bedeckt. Während die Gegengerade etwas kleiner ist, wurde die Rück- und Innenseite der Haupttribüne als Geschäftsstelle und Umkleideräume verwendet.
Rings herum verlief außerdem eine Tartanbahn und hinter der rechten Kurve des Stadions wartete ein Spielplatz und etwa 10 Panzer.
Was man halt so neben einem Spielplatz zur Schau stellt. Ganz klassisch Belarus eben.

Das Spiel selbst war dann qualitativ so mies wie es auch auf dem Papier hier klingt. Da wurde teilweise so grober Unfug auf dem Platz getrieben, dass die Tribüne das kollektiv mit lautem Gelächter quittierte. Hab ich so auch noch nicht erlebt.

Highlight, zumindest für die Einheimischen, war dann schnell auch nicht mehr der Sport auf dem Rasen, sondern diese komischen Fremden, die sich hier überall umsahen. Als wir dann auf der Haupttribüne platz nahmen dauert es nicht lang ehe wir zum ersten Mal angesprochen wurden. Die erste Frage war wie es uns denn hierher verschlagen hatte. Als wir antworteten, dass wir zum Fußball gekommen sind, wurde die Frage erneut gestellt und um ein „und wirklich?“ ergänzt.
Da die Kommunikation nicht wirklich klappte wurde das dann irgendwann mit einem Lachen akzeptiert, ehe wir für ein Selfie posieren durften. Sonst glaubt das daheim ja keiner, dass man echte lebende Deutsche gesehen hat. Verrückte Welt.

Nachdem wir uns bereits während der Halbzeit die Panzer neben dem Stadion angesehen hatten, ging es nach Abpfiff direkt zum Auto und weiter nach Gomel, der zweitgrößten Stadt Belarus.

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