Belarus 4: FC Shaktyor Salihorsk – FC Dinamo Brest

Eigentlich hätte es, wie bei wahrscheinlich 99% aller anderen Hopper des ersten Spiels, nach der ersten Partie des Tages zu Dynamo Minsk gehen sollen. Auf Grund der European Games spielten die ihre Heimspiele zu dieser Zeit im Traktar-Stadion.
Ein Mitglied der Reisegruppe hat glücklicherweise vorab bei Dynamo Brest gesehen, dass groß zum Spiel in Salihorsk aufgerufen wird und der Verein sogar die Busse für alle Fans zahlt. Das war für uns Grund genug dieses Spiel anzusteuern.

Nach einer beinahe endlosen Fahrt erreichten wir ungefähr zwei Stunden später unser Ziel. Kurz vor knapp und ohne Aussicht auf einen Parkplatz. Spiele nicht von Beginn zu sehen scheint sich in Belarus als Standard zu etablieren.
Die Strecken in Belarus sind zwar recht gut ausgebaut, jedoch ähneln sie mehr unseren Landstraßen. Infolgedessen dauert die Fahrt für die knapp 130km dann doch länger als gedacht.

Vor dem Stadion stiegen vier aus und besorgten die Karten, während die anderen beiden das Auto abstellten. Kurz vor Anpfiff schafften wir es – oh Wunder – gesammelt das Stadion zu betreten und sahen so erstmalig den Anpfiff einer Partie live.
Das Stadion besteht aus Tartanbahn, Flutlichtern und einer großen Tribüne, welche 4.200 Zuschauern Platz bietet.

Direkt am Eingang sammelten sich in etwa fünfzig Supportwillige des heimischen Vereins, FC Shaktyor Salihorsk. Denen gegenüber befüllten am anderen Ende der Tribüne die Gäste aus Brest ihren Sektor. Das Angebot mit den Bussen hatte wohl gezogen, der Gästeblock war randvoll.
Bei allen vorherigen Spielen wäre ich über die Heimfans schon sehr froh gewesen. Sie waren zahlenmäßig klar unterlegen, zeigten aber wirklich einen starken Auftritt. Die erste Viertelstunde und in etwa die letzten zehn Minuten verbrachten wir an der Bande in ihrer Nähe.

Die Gäste aus Brest waren gut aufgelegt, in allen Belangen. Lautstarker Support, polnischer Stil, geschlossene visuelle Aktionen und auch die Lust auf Randale wurde mehrmals an den Ordnern vor Ort ausgelebt.
Letzteres ging so weit, dass diese einen Art „SWAT-Van“ neben dem Gästeblock parkten, welcher mit vermummten Einheiten gefüllt war. Irgendwie hätte mich ja schon interessiert wie dieser Einsatz ausgesehen hätte, soweit kam es dann aber doch nicht.
Als Fazit bleibt, dass Brest richtig stark war und ne Menge Spaß machte.

Das Spiel auf dem Rasen war quasi eine exakte Kopie des vorherigen Spiels an diesem Tag.
Beide Teams wollten nur so halb und am Ende wurde den Zuschauern nicht viel und vor allem kein Tor geboten.

Nach Abpfiff führte unsere Tour noch etwa eine Stunde durch die dunklen Landstraßen von Belarus, ehe wir in einem Industrievorort ein altes Sovjethotel enterten. Dort wurde der Abend gemütlich mit ein paar Bier verbracht, während man die Einheimischen aus der Disko im Erdgeschoss beobachtete.

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