Belarus 3: FK Isloch Minsk – FK BATE Borisov

Nach den letzten beiden kräftezehrenden Tagen – oder eher Nächten – war heute erst Mal ausschlafen angesagt. Folgerichtig wurden alle Wecker ignoriert, sodass bereits eine Mitarbeiterin der Vermieter vor der Tür stand, als man sich endlich aus dem Nachtlager erhob.
Sie gab uns dankenswerterweise eine kleine Gnadenfrist, sodass man noch fix unter die Dusche konnte bevor es weiter ging.

Für den Großteil der Gruppe war der erste Plan an diesem Tag wieder unsere Stammkneipe vom Vortag.
Diese lag direkt an der Strecke für die Radrennen, sodass spontan beschlossen wurde, dass doch noch etwas von den European Games angeschaut wird.
Einer hingegen wollte die Reise komplett ausreizen und hoffte auf einen Platz mit Ausbau bei einem Jugendturnier. Spoileralarm: Hat nicht geklappt (welch Überraschung).
Wir positionierten uns also im Außenbereich, direkt an der Strecke und gönnten uns erst einmal ein mehr als ausgiebiges Mittagessen. Dies verleitete einen aus der Gruppe dazu sich einen kompletten Schweineschenkel + Beilagen einzuverleiben. Das G steht eben doch für Gönnung.

Nachdem die vorbeiradelnden Damen mehrmals bewundert wurden, rief auch schon der König Fußball erneut. Bei abermals zwei Spielen an einem Tag geht’s eben schon früh los.
Auf der Anreise zur Heimat des FK Minsk machten wir allerdings noch einen kleinen Schlenker, um vorab den Mietwagen abzuholen. Zur Station brachte uns ein sehr moderner Regionalzug. Damit hätte ich auch noch weitere Strecken zurücklegen können.
Zum Stadion selbst fuhren wir anschließend einen absolut kuriosen 6-Sitzer aus Amerika. Los ging es also mit etwa 32 Miles per Hour, was ungefähr 50 km/h entsprechen sollte. Sowas erlebste halt auch nur in Belarus.

Am Stadion angekommen dann das gleiche Spiel wie am Vortag. Wieder eine Schlange, welche eigentlich gar nicht so lang war aber Ewigkeiten zur Abarbeitung benötigte. Tolle Geschichte.

Im sehr gut gefüllten Stadion war beinahe schon fast sowas wie ein Hopper-Klassentreffen. Dieses Wochenende hat sich eben rumgesprochen. Immer wieder verrückt wie viele Gleichgesinnte man überall trifft.

Die Spielstätte selbst bot erstmalig auf dieser Tour sogar zwei Tribünen, beide an den jeweiligen Längsseiten des Platzes. Die 3.000 Plätze waren jedoch ungleich verteilt. Auf der deutlich kleineren Gegengerade wurden die Gäste platziert, während auf der großen Haupttribüne die Heimfans Platz nahmen.  
Die beiden Hintertorseiten hatten nichts weiter zu bieten, lediglich eine Anzeigetafel gab es auf einer Seite. Hinter der großen Haupttribüne steht ein großes Gebäude, welches aber ausschließlich vom FK Minsk benutzt wird.

Wie in Bericht 1 schon angesprochen, sah man heute die gleiche Begegnung, lediglich die Profis anstatt der U21-Mannschaften. So war man also in der eigentlichen Heimat des FK Minks beim Heimspiel des FK Isloch Minsk gegen die Gäste von BATE Borisov.
Leider waren die Profis nicht einmal annähernd so gut aufgelegt wie der eigene Nachwuchs, sodass wir hier lediglich einem torlosen Remis beiwohnen durften.

Die mitgereisten Gäste haben mich auch nicht wirklich überzeugt.
Bei BATE als einer der größeren Vereine hatte ich ehrlich gesagt etwas mehr erwartet. Nichtsdestotrotz machten die anwesenden Gästefans das Beste daraus. Schöner Support über die kompletten 90 Minuten hinweg, wenngleich auch etwas eintönig. Das liegt aber vermutlich mehr an der Kultur in diesem Land, als an den Gästen selbst. Melodien wie in Italien findet man halt zumeist auch nur dort.

Nach dem erlösenden Schlusspfiff ging es direkt wieder zum Auto.
In Minsk wurde zunächst noch das Auto noch vollgetankt. Doppelt kurios, da man hierzulande ja gewohnt ist einen Mietwagen mit vollem Tank zu erhalten und da in Belarus der Liter gerade einmal etwa 70 Cent kostet.

Mit vollem Tank und genügend Bier an Bord ging es dann auf die ewig langen Landstraßen in Richtung Soligorsk.   

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